|
Mit Sprachanalysen sind Forscher dem Ursprung des menschlichen Harmoniegefühls auf die Spur gekommen. Schon im alltäglichen Gespräch, egal ob es Briten oder Chinesen führen, verbergen sich Tonleitern.
Der Mensch benutzt beim Sprechen bevorzugt die Töne der chromatischen Tonleiter. Dies gilt selbst für so unterschiedliche Sprachen wie Englisch und den chinesischen Standarddialekt Mandarin, wie amerikanische Wissenschaftler aus einer statistischen Untersuchung verschiedener Sprachen schließen.
In praktisch allen menschlichen Sprachen werden bestimmte Tonhöhen lauter ausgesprochen als andere, fanden David Schwartz, Catherine Howe und Dale Purves von der Duke University in Chicago bei der Sprachanalyse von über 500 Personen heraus. Die Ergebnisse veröffentlicht das Team im Fachblatt "Journal of Neuroscience".
Besonders überrascht waren die Wissenschaftler, als sie feststellten, dass die in der höchsten Lautstärke gebrauchten Frequenzen genau die Töne der chromatischen Tonleiter widerspiegeln. Diese Tonskala ist die Grundlage fast aller Formen von Musik und entspricht den
schwarzen und weißen Tasten auf einem Klavier.
Beim Sprechen verwenden Menschen bevorzugt Tonhöhen, die in einem auch nach musikalischen Begriffen harmonischen Verhältnis zueinander stehen: Oktaven etwa sind die in der Sprache am meisten verwendeten Intervalle. Häufig sind auch Quinten, während die als disharmonisch empfundene kleine Sekunde praktisch überhaupt nicht vorkommt.
|