Über uns

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Firmengeschichte

Wo beginnt die Geschichte einer Firma? Der Gedanke, Instrumentenbauer zu werden, festigte sich bei mir schon in der 9. Klasse der Realschule. Seit meiner Kindheit gehörten handwerkliches Schaffen und der Umgang mit Holz  in der heimischen Hobbywerkstatt zu meiner Freizeitbeschäftigung. Daraus entwickelte sich in Verbindung mit dem erlernten Cellospiel der Wunsch, Geigenbauer zu werden. Damals herrschte ein übermäßiger Andrang auf die künstlerisch-handwerklichen Instrumentenbauberufe.  Dies machte meine Aussicht auf eine Lehre im Geigenbau und auch im Orgelbau zunichte.

So entschloss ich mich zu einer Schreinerlehre im Möbelbau, die ich im August 1982 bei der Firma Pfeffer Möbel in Bietigheim – Bissingen begann.

1984 begegnete ich auf der Frankfurter Musikmesse am Stand der Firma C.A. Pfeiffer zufällig dem damaligen Firmenchef Helmut Pfeiffer. Er versprach mir einen Ausbildungsplatz zum Klavierbauer nach Abschluss meiner Schreinerlehre. Somit war der Weg zum Klavierbauer frei! Nach der bestandenen Gesellenprüfung im Schreinerhandwerk im Juli 1985 begann ich im September 1985 die Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer in der Flügel- und Klavierfabrik Carl A. Pfeiffer in Stuttgart. Als gelernter Schreiner war ich vom ersten Tag der Ausbildung an in der Klavierproduktion mit eingesetzt. Ich konnte dort die Herstellung der Bauteile, das Bearbeiten des Holzes und die Lackierung der Klaviergehäuse kennen lernen. Nach Abschluss der Ausbildung mit verkürzter Lehrzeit war ich ab Januar 1988 als Klavierbauergeselle in verschiedenen Abteilungen im Neubau beschäftigt. Im Herbst 1988 wechselte ich in die Reparatur- und Restaurierungsabteilung, wo ich die Aufarbeitung und Reparatur von Flügeln und Klavieren erlernte. Durch viele verschiedene Generalüberholungen erweiterte ich meine Kenntnisse über die Vielfalt der Konstruktionen, Ausführungen und Bauarten der Instrumente. Zu meinen Aufgaben gehörten dabei auch der Außendienst mit Reparaturen, Begutachtungen und der Stimmservice, unter anderem in der Liederhalle Stuttgart.

Von 1992 – 1993 besuchte ich die einjährige Meisterschule an der Oskar-Walcker-Schule in Ludwigsburg, die ich mit der Meisterprüfung im August 1993 erfolgreich beendete. Während der Meisterschule kam der Entschluss, eine passende Immobilie für den eigenen Handwerksbetrieb zu suchen. Im Frühjahr 1993 kauften wir das Haus in der Hirschstraße 8 in Aalen – Ebnat, sanierten es grundlegend und bauten das Erdgeschoß zur Werkstatt aus. Die Jahre 1993 bis 1996 waren eine anstrengende, aber auch sehr kreative Zeit. Das Haus wuchs zum neuen Domizil mit Werkstatt und die Familie wuchs mit der Geburt der Kinder. Im Oktober 1996 wurde der Betrieb in die Handwerksrolle der Handwerkskammer Ulm eingetragen. Am 1. Januar 1997 bezogen wir die Wohnung und nahmen den Betrieb in der Werkstatt auf.

Im August 1999 begannen wir, die erste Klavierbauerin auszubilden, der bis heute drei weitere Lehrlinge folgten.

Im Februar 2002 erlebten wir einen derben Rückschlag durch einen Werkstattbrand, verursacht durch ein defektes Heizgerät. Dabei wurden die Werkstatteinrichtung und die Werkstatträume fast gänzlich zerstört. Durch die gemeinsame Motivation, weiterzumachen und durch die tatkräftige Unterstützung von vielen Freunden und Nachbarn führte der Weg aus der Krise. Ab April 2003 konnten wir wieder in der neu renovierten Werkstatt arbeiten.

Um die zunehmenden organisatorischen Aufgaben besser bewältigen zu können, kam ab 2006 eine Bürokraft zur Verstärkung unseres Teams dazu.

Seit 2013 haben wir in der Ebnater Dorfmitte einen Ausstellungsraum als Klaviergalerie gemietet. Neue Markenklaviere und die von uns reparierten Gebrauchtinstrumente können dort in Ruhe Probe gespielt werden. Durch wachsende Nachfrage nach handwerklich guten Reparaturen und Stimmungen vergrößerte sich unser Team weiter. Vor 2 Jahren konnte ich einen Klavierbauergesellen als Facharbeiter einstellen.

So sind wir als Team Klavier Striegel

  • als traditioneller Handwerksbetrieb, mit Meister, Geselle, Lehrling und Bürokraft
  • zwischen Nördlingen, Stuttgart, Maulbronn und darüber hinaus
  • als fachlich fundierter Klavierbauerbetrieb
  • für alle Reparaturen und Servicearbeiten, für Gutachten und Instrumentenverleih
  • als Ihr kompetenter Ansprechpartner für Beratung, Verkauf und Reparatur

gerne für Sie da.

Und meine Vision von früher? Die ist geblieben: Im Klavierbauhandwerk verbinden sich Handwerk, Kunst und Muse….

 

Ausbildung

Schon seit 1999, also zwei Jahre nach unserer Betriebsgründung, bilden wir Klavierbauer/innen aus. Klavierbauer/in ist für viele ein „Traumberuf“, den sich der erfüllen kann, der über ausreichend handwerkliches Geschick und musikalisches Gefühl verfügt.

Aus aller Welt erreichen uns Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz, unter anderem aus Frankreich, Rumänien, Italien, Korea und Japan. Wir konzentrieren unsere Ausbildung auf jeweils einen Lehrling und schaffen so die Möglichkeit, dass er in allen Aufgabenbereichen des Klavierbaus mitarbeiten kann. Was nicht im eigenen Betrieb an Arbeitsgängen gelernt werden kann, wird nach Möglichkeit im dritten oder vierten Ausbildungsjahr mit überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen bei Klavierfabriken im Neubau fachlich ergänzt.

Unserer Erfahrung nach sollte ein Bewerber bzw. eine Bewerberin folgende Anforderungen erfüllen, um die Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen:

Erfahrung mit handwerklich-technischen Arbeiten, allgemeine musikalische Vorbildung, Geduld, Ausdauer, stabile körperliche Konstitution, offener, freundlicher Umgang mit Menschen und umfassende Lernbereitschaft.

 

Die Ausbildungszeit dauert dreieinhalb Jahre und ist im Dualen System verknüpft mit dem Besuch des theoretischen Unterrichts in der Oskar-Walcker-Schule in Ludwigsburg. Die Ausbildung findet im Blockunterricht statt. Die Unterbringung erfolgt im Wohnheim oder in privaten Unterkünften. Die Ausbildungsinhalte sind orientiert am Ausbildungsrahmenplan und beinhalten die praktischen, handwerklichen Arbeiten, das Stimmen des Instruments und die organisatorischen Abläufe im Handwerksbetrieb.

Oskar-Walcker-Schule: www.ows-lb.de

 

Praktika

Mit einem Praktikum kann man sich vor Ort über einen Handwerksberuf einen tieferen Eindruck verschaffen. In unserer Werkstatt für Tasteninstrumente bieten wir nach individueller Absprache abhängig von der betrieblichen Arbeitssituation verschiedene Formen von Praktika an.

Offizielle Praktika:

  • Handwerkspraktikum an Walddorfschulen (2 Wochen)
  • BORS (Berufsorientierung an Realschulen, 1 Woche)
  • BOGY (Berufsorientierung am Gymnasium, 1 Woche)

Schulunabhängige Praktika:

  • BOP (Berufsorientierungspraktikum, Dauer nach Absprache)

In den Praktika wird ein möglichst großer Einblick in die Arbeiten des Klavierbauers gegeben. Bei verschiedenen Arbeiten lernt der Praktikant die Tätigkeiten in der Werkstatt, dem Ausstellungsraum und soweit möglich auch im Außendienst kennen.

Handwerkliche Aufgaben sind Arbeiten an Klaviermechaniken und Klaviaturen, Reinigungsvorgänge, das Kennenlernen des Stimmens und die Bearbeitung von Holz an einem Stegmodell.

Der Praktikant arbeitet unter Anleitung und nach seinen Fähigkeiten, weitgehend an realen Aufträgen und in kollegialer, freundlicher Werkstattatmosphäre.

 

Presseartikel

Ala Kultur: 20 Jahre Firmenjubiläum in der Ausgabe 04/2017

Ala Kultur: Firmenporträt in der Ausgabe 02/2017

Bus für Walddorfschule - Klavier Striegel als Sponsor

Fußballprojekt: Kinder von der Straße holen - Klavier Striegel als Sponsor

Lebenshilfeprojekt - Klavier Striegel als Sponsor

Film von den Studierenden der FH Aalen: Dokumentation einer Klavierreparatur

Schwäpo: ZDF-Film. Ein Klavier für Maria Furtwängler

 

 

Projekte

 

 

Dokumentation einer Klavierreparatur als Projektarbeit von Studierenden der Fachhochschule Aalen